My Mind Will Travel Where My Body Can’t Go oder Warum wir uns an der Ausgrenzung Andersdenkender nicht beteiligen

Ihr wißt es, am nächsten Wochenende wollten wir ein Treffen und die jährliche Mitgliederversammlung machen. Nun hat die Landesregierung von Brandenburg (und nicht nur die) beschlossen, dass nicht vollständig gegen Corona Geimpfte nicht an Veranstaltungen teilnehmen sowie nicht in Pensionen übernachten dürfen. Damit soll die Verbreitung von Corona eingedämmt werden. Es wird also offenbar angenommen, dass Leute ohne Impfung soviel stärker an der Verbreitung des Virus beteiligt sind und dies zu schweren Erkrankungen führt, dass eine solche drastische Maßnahme gerechtfertigt ist.

Wir finden, dass dies nicht überzeugt und beteiligen uns also nicht an einer solchen Diskriminierung. Dazu einige Gründe:

Wissenschaftliche Einsichten sind immer vorläufig. Gerade die Erwartungen an die Covid-Impfungen zeigen das beispielhaft. So sind von den vier Impfstoffen, die in Deutschland über eine bedingte Marktzulassung verfügen, für jüngere Menschen derzeit nur noch einer verfügbar, nachdem sich im Zeitverlauf doch Nebenwirkungen gezeigt haben. Ebenso ist die anfängliche Erwartung, dass immunisierte Patienten nicht mehr Überträger sein können enttäuscht worden. Die anfangs vermutete längerfristige Immunität/Sterilität sinkt nach derzeitigem Wissensstand nach ca. sechs Monaten deutlich. Das allein ist nicht der entscheidende Punkt. Wichtig erscheint aber, dass sich die Forschungslage (zum Teil unerwartet rasch) ändert. Selbst der Laie kann so gut begründet zu dem Ergebnis kommen: das letzte Wort in Bezug auf das Medikament ist wohl noch nicht gesprochen.

Zweifel sind nobel.

Und wenn eines nie verkehrt ist, dann ist es Zweifel. Zweifel an Überzeugungen und Erkenntnissen. Anders ist Fortschritt gar nicht vorstellbar. Und daher sind Leute, die eine für sich abweichende Entscheidung in Gesundheitsfragen wählen, in dieser Frage mindestens zu respektieren.

Fremdgefährdung?

Das wäre bedenkenswert, wenn die Fremdgefährdung so klar auf der Hand liegt, dass eine Isolation von Menschen ohne Impfschutz zwingend ist. Aber selbst nach Überzeugung der Covid-Eindämmungs-Hardliner schützt ein Schnelltest mit einer höheren Wahrscheinlichkeit als der Geimpftenstatus. Warum also reicht kein Test für das zu erreichende Ziel?

Allgemeine Handlungsfreiheit in Abhängigkeit der Krankenhausversorgung?

Bleibt das oft vorgetragene Argument, die Skeptiker seien Freerider in der Gesundheitsversorgung. Sie profitierten von der Herdenimmunität und würden im Krankheitsfall überdies die Gesundheitsversorgung belasten und den Menschen mit höherer Compliance die knappen Ressourcen wegnehmen. Das wirft zunächst mal die Frage auf, warum fast zwei Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie die Kapazitäten nicht deutlich ausgeweitet sind. Im Gegenteil: das sogenannte Intensivregister weist den Abbau von Bettenplätzen aus. Es wirkt gelinde gesagt zynisch, wenn Entscheidungsträger, die für den Abbau von Krankenhauskapazitäten verantwortlich sind, von der Bevölkerung einschneidende Maßnahmen mit dem Argument der knappen Ressourcen einfordern. Zudem: Eine Studie im Auftrag der Bundesregierung zum Finanzbedarf der Krankenhäuser weist die Krankenhaustage von Covid-Patienten aus: 2 Prozent aller Krankenhaustage von Patienten in Deutschland entfallen auf Covid-Versorgung. Eine Überlastung jenseits lokaler Schwerpunkte hat es nie gegeben. Und das sollen jetzt die 15 % Menschen ohne Impfung schaffen?

Und ist es überhaupt richtig, die Selbstbestimmung davon abhängig zu machen, ob im Unfall oder Krankheitsfall eine Versorgung gewährleistet ist? Stellen wir uns vor, Skirennen dürfen nur ausgetragen werden, wenn sichergestellt ist, dass die Versorgung nach einem Sturz nicht zu Lasten knapper Ressourcen bei der Gesundheitsversorgung geht. Oder der Gebrauch von Rennrädern, Motorrädern oder der Genuß von Alkohol: „Nein, Leute. Bitte Abstinenz im Winterhalbjahr, vermehrte Stürze würden zulasten der Versorgung anderer Patienten gehen.“ Ein freies Leben und selbstbestimmter Umgang mit Gefahren ist unseres Erachtens nicht der Rest an Autonomie der nach Abzug der gesellschaftlichen Folgen noch bleibt, sondern umgekehrt der Maßstab in einer offenen Gesellschaft.

Vielleicht mag der Leser zu anderen Schlüssen kommen. Wichtig ist hier, dass es begründbare Zweifel gibt an einer Isolation von nicht gegen Corona geimpften Menschen. Und aus diesem Grund ist die strukturelle Ausgrenzung falsch.

Ein Kommentar

  1. Klaus-Peter Löffler sagt:

    Liebe Freunden des weißen Sports!
    Vielen Dank für das Publizieren Eurer Sichtweise, die ich vollumfänglich teile. Ich empfinde es als sehr wohltuend und beruhigend, daß es noch intelligente Menschen gibt, die sich nicht manipulieren lassen. Ich bin weder Corona-Leugner noch genereller Impfgegner, habe aber bezüglich der verwendeten Impfstoffe zur “Pandemiebekämpfung”, deren Rechtfertigung und Wirksamkeit, anhand der mir zugänglichen Informationen, meine eigene Meinung, die sich mit Ihrer Sichtweise durchaus deckt.
    Mit sehr großer Sorge beobachte ich die immer weiter, vorrangig durch die Politik und die Mainstreammedien, forcierte bewußte Spaltung der Gesellschaft. Ich gebe aber die Hoffnung nicht auf, obwohl es mir sehr schwer fällt, daß die Menschen aufwachen.
    Ich hoffe, daß Ihr ob Eurer Publikation keine Nachteile erlangt. Ich wünsche Euch bei Euren Aktionen immer ein bedachtes und glückliches Händchen.
    Ein nicht dem “Hofknicks” frönender, doch schon etwas betagter Freerider aus dem Südostens von Berlin.
    Ski heil
    Peter

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